26. Februar 2007
Ziemlich kuul, was die Jungs hier anstellen. Während wir von 5212 einen Akku in eine Tasche stecken, packen Jens Broedersdorf und seine Freunde gleich 15 Akkus in einen 912-er Porsche. Sie entnehmen den alten Otto-Motor kurzerhand, bauen den Oldtimer um und implantieren dem Bijou einen Elektromotor. Und schon ist er geboren, der Eletro-Porsche.

Eine Spielerei? Wohl kaum. Bei entsprechender Programmierung soll das Teil 160 km/h schnell fahren – auch kann man(n) damit locker „einen Schwarzen liegen lassen“… ;-). Ganze 15 Akkus werden da in Reihe geschaltet und wer etwas verhalten Gas gibt, schafft mit den 27 kW gar stolze 100 Kilometer.
Und wo ist der Hacken? Hm… Knackpunkt sind sicherlich noch die Batterien. Aber es zeichnet sich eine Lösung ab: Die Entwicklung der um ein Vielfaches leistungsfähigeren, viel kompakteren und viel leichteren PolymerIonen-Akkus schreitet schnell voran. Zwar sind die Preise noch viel zu hoch, aber das könnte sich bei der Produktion von grösseren Mengen schnell ändern.
Denkt man die Geschichte weiter und betrachtet man die Entwicklung in der Solarbranche, so geht dem geneigten Leser hoffentlich bald ein (Sonnen-)Licht auf: Die Stromgewinnung aus Sonnenergie wird immer attraktiver, weil immer effizienter. Man könnte diese Edelkarosse ja mit Solarstrom füttern.
Stellt sich wirklich die Frage, warum die grossen Players noch immer auf Wasserstoff und Hybrid-Antriebe setzen. Oder auf Bioethanol: mit der verstärkten Produktion von Biomasse für Treibstoff nehmen wir der ärmeren Weltbevölkerung nur das Essen weg und treiben die Preise für Grundnahrungsmittel in die Höhe – so geschehen beim Mais (vgl. Der Spiegel 8/2007 S. 105): Die Weltmarktpreise für Mais stiegen im Jahre 2006 um rund 80%... – bereits 1/5 der Ackerfläche in den USA wird für die Ethanolproduktion genutzt…Mit Essen spielt man nicht, mit Essen sollte man auch nicht Auto fahren… ;-).
Und im Vergleich mit klassischen Motoren, geht der Elektromotor sowieso als klarer Sieger aus dem Rennen: Der Wirkungsgrad eines Elektromotors beträgt 80%, die modernsten Turbodiesel erreichen noch nicht mal 30 Prozent. Besser also, wenn wir die Energie von der Sonne nehmen.
Und wer hätte das gedacht: Das erste Auto, das den Namen „Porsche“ trug, wurde schon damals von einem Elektromotoren angetrieben. Das war damals der Lohnerporsche.
Spannende Geschichte, dieses e-Auto.